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01.08.2010
Chronik NzM 2002-2003 © Carlo Bosold (alias „der Captain“)
Kurz nach der Kampagne gaben unsere lieb gewonnenen Saalwirte Udo und Gerhard dann ihre Abschiedsvorstellung im Saal Ebert. Ohne Übertreibung kann
der Chronist sagen, dass an diesem Abend wirklich ALLE da waren, die über die Jahre in dem Traditionsgemäuer verkehrt hatten. Hier hatten sich ein Gutteil
Kalbacher Ehepaare kennen- und lieben gelernt und sich die top Cover-Bands der letzten 30 Jahre die Klinke in die Hand gegeben. Auch hatten hier die
hessischen Kultbands „Rodgau Monotones“ und die „Kräckers“ gespielt, und es hatte so manche Schlägerei gegeben.
Der örtlichen Presse war dies sogar einen Bericht wert, der jedoch nichts bewirkt hat und letztlich auch nicht die wahren Hintergründe für das Zugrundegehen
"unseres Saales" zu Tage gefördert hat.
Udo Schulz und Gerhard Dörschel waren nicht gescheitert, wie alle Pächter nach 1990, sondern vertrieben worden! Schade, dass eine Stätte wie dieser schöne
alte Saal dem schnöden Profitdenken der Gläubigerbanken zum Opfer fällt und kurzerhand geschlossen wird.
Ein echter Trauerfall für die Gemeinde, bedenkt man, dass die Gebäude seither verwaist und dem Verfall preisgegeben sind. Das ist wirklich ein handfester
Skandal!
Die Tränen der NzM'ler waren zur Generalversammlung im Juni jedoch wieder getrocknet, galt es doch einen klaren Kopf zu wahren und einen neuen Vorstand
zu wählen, der den Verein in das neue Geschäftsjahr zu führen hatte. Ein Jahr voller Novitäten, wobei hier vor allem die Unsicherheit bezüglich des neuen
Veranstaltungs-Saales zu nennen ist.
Nach einigem Hin und Her und zähem Ringen stellten sich Dieter Mack und Petra Elm für die Vorsitze zur Wahl und bildeten den neuen Vorstand mit Sabine
Thonius und Sabrina Diegmüller als Schriftführerinnen. Monika Staubach löste den langjährigen 1. Kassierer Bruno Hohmann, der ins Zweite Glied wechselte, in
seinem Amt ab.
Der frisch gewählte Vorstand hatte viele neue Aufgaben zu bewältigen. So musste die Bewirtung im Saal von nun an selbst sichergestellt werden und eine
umfangreiche, leicht zu montierende und demontierende Dekoration angeschafft werden. Termine waren plötzlich nicht nur mit den Musikern, sondern auch mit
den anderen Vereinen als Nutzern der "Halle" abzusprechen.
In diesem Jahr wurde auch die Einrichtung der www.nazumi.de beschlossen, die, wie man/frau hier lesen kann, mittlerweile „online“ ist. Vielen Dank an den
damaligen Webmaster Marc Herzig und alle anderen, die hierzu beigetragen haben!
An die Kirmes diesen Jahres erinnert dich der Sitzungspräsident nur ungern, führte doch seine Affinität zu diversen Getränken zu einem folgenreichen "Fehltritt"
von der Bühne (plumps!), der ihn wiederum daran hinderte der Prinzenkürung beizuwohnen. Dies war schon deshalb besonders ärgerlich, weil gerade in dieser
Session jemand Prinz werden sollte, den er selbst vor einigen Jahren zur NzM geholt hatte. Gleichwohl hatte man in „Markus XXXVI vom rollenden Blitz“ einen
besonders gutgelaunten Prinzen gefunden, der (weil Junggeselle und nicht liiert) kurzerhand das reine "Männerregime" im Kalbachtal ausrief und sich lediglich
weibliche Unterstützung durch die Adjutantinnen Sonja und "Hilde" sowie die Garden ausgebeten hatte.
So traf man sich zum Kampagnenauftakt nicht beim Saal Ebert, wie zuvor zehn Jahre lang, sondern erstmals abwechselnd in Schützenhaus und
Mehrzweckhalle. Auch wurde die Auftaktveranstaltung nicht "wie immer" bei der HoBiFa sondern diesmal in Kerzell bestritten.
Nicht neu war das Gewicht unseres "Prinzenröllchens"; 25 Kisten Hochstift - wie immer.
Nach dem Besuch bei der HoBiFa stand nun endlich die erste Veranstaltung in unserer "Halle" an, nur eine von mehreren Neuerungen. Neu war auch, dass der
Sitzungspräsident den Gardenachmittag moderierend auf einem Barhocker und mit einem Eisbeutel auf dem Knie verbrachte, von den Unterarmstützen – im
Volksmund schlichtweg Krücken genannt – nicht erst zu reden. Seit dieser denkwürdigen Veranstaltung hat die NzM nicht nur eine eigene Sektbar, in der der
legendäre ZORROS-ZICKEN-ZAUBER-ZAFT kreiert wurde, sondern auch ein eigenes "Nagelstudio", zu dem Jungendliche aber mittlerweile keinen Zutritt mehr
haben.
Denkwürdig auch die "Bijou de Walhalla"-Truppe, die mit Kostüm, Musik und Tanz den Nerv der Kampagne getroffen hatte. Erstmals hatte man seitens der
tanzenden Fraktionen die Bitten der beiden Präsidenten nach einer eigenen Schutztruppe erhört und eine "Präsidentengarde" gebildet.
Die diversen Auswärtsauftritte will der Chronist nicht weiter kommentieren, da er infolge seiner „Gehbehinderung“ oft nicht teilnehmen konnte. Hier war das
Angebot man wolle ihn im Rollstuhl auf die Bühne mitnehmen und nach dem Auftritt beim Bus abstellen, auch nicht gerade ein Ansporn. Jedenfalls fühlten sich
die NazuMis bei den alten und neuen Freunden aus dem Landkreis und dem benachbarten Ausland meistens sehr wohl.
Ein Zitat aus den Reihen der Walhalla, welches die Atmosphäre bei einem Auftritt in einem Fuldaer Stadtteil beschrieb, ist dem Chronist jedoch so im Gedächtnis
haften geblieben, dass es hier niedergeschrieben werden soll: "Junge, da war ja 'ne Stimmung. Fast so geil wie auf der Bundesgartenschau!". Wie gesagt, wir
fühlten uns bei unseren Freunden meistens "sauwohl", aber gerade diese Veranstaltung gereichte zum Vorbild, wie man es nicht machen sollte. Dies hat uns
leider sehr drastisch vor Augen geführt, dass die Fastnacht in manchen Orten schlicht nur noch eine leere Hülle ist. Schade für das Engagement der dortigen
Aktiven.
Dem entgegen stand ganz eindeutig die alljährliche Straßeneinweihung bei den Lieben vom der KVB aus Büchemich. Es ist schon was dran, je kleiner die Dörfer,
desto besser ist die Party! Das war daran zu erkennen, dass zum Heimfahren um halb acht noch immer 25 NazuMis da waren und zusammen mit dem Saal die
"Kalbacher Nationalhymne" zum Ausmarsch intoniert haben. Das hat selbst das "Büchemicher Maschinegewehr" Moni sprachlos gemacht, was der Chronist
bisher nur dieses eine Mal erleben durfte.
Apropos Maschinengewehr: Eine schier unheimliche Anziehungskraft übte das Mikrofon in dieser Kampagne auf den damaligen Vereinsvorsitzenden Dieter M.
aus, der es besonders bei Auswärtsauftritten oft nur unter Androhung von Sanktionen wieder herausrückte.
Traditionsgemäß marschierten die NazuMis auch bei dem Verein ein, dem unser Prinz sonst unterm Jahr dient – der Feuerwehr. Hier gab es neben einer eigens
gebrannten Einmarschmusik eine Showeinlage der Elferrats-Travoltas und die bereits legendären „Wurstorden“ aus den Händen von "Feuerwehr- Häuptling"
Adalbert. Und als kleines Bonbon gab's in dieser Kampagne mal wieder eine Prinzenparty an gleicher Stelle im "Schulungsraum" der Feuerwehr. Für was die
FFw bei Schulungen 'ne Theke braucht, haben die NazuMis nicht recht verstanden. War auch egal, denn für die Party war die natürlich hilfreich.
Der Chronist kam zu dieser Veranstaltung (wie so oft in dieser Kampagne!) ein wenig später und staunte nicht schlecht, als er sah, dass die Mehrheit der
anwesenden Elferräte (entgegen deren sonstigen Neigungen) dem Asbach zusprach. Einige Zeit später stellte sich heraus, dass dieser Sinneswandel auf den
positiven Einfluss von "Queen" Marion, der Mutter des Kinderprinzen, zurückzuführen war.
Eine zweite Heimat zu später Stunde fanden die NzM'ler in dieser Session auch in den ehrwürdigen Hallen der wieder eröffneten Copa, in die man zu den
verschiedensten Gelegenheiten einkehrte – alte Liebe rostet eben nicht.
Unser Prinz schien sein selbst gewähltes „Prinzenzölibat“ jedoch bereits Mitte der Kampagne zu reuen, tauchten doch immer neue Damen an seiner Seite, mehr
noch, auf den Bühnen auf, die als Prinzessinnen vorgestellt wurden. Namen nennt der Gentleman natürlich nicht, aber so viel sei gesagt: Die Grazien waren
allesamt nicht unbekannt.
Anlässlich des LHT-Balls mussten die NazuMis erkennen, dass für einige Karnevalisten Fasching echt kein Spaß ist, beschwor man (oder besser Frau) doch mit
einem kleinen Schabernack fast eine Staatsaffäre herauf, die nur unter Einschaltung der höchsten Gremien beizulegen war. Ein armer Tor, der, obwohl als Narr
verkleidet, keinen Spaß vertragen kann.
Ansonsten verlief der Ball recht kurzweilig und vor allem, erstmals in der Vereinsgeschichte konnte ein Gewinn mit dieser Veranstaltung erzielt werden. Das trifft
auch auf den Kinderfasching zu, wobei sich nun vor allem das Durchhalten über die Jahre bezahlt machte.
Der Kinderfasching war dann auch eine der lustigeren Veranstaltungen der Session. Das fanden vor allem Kinderprinz Fabian und Kinderprinzessin Lena, die das
Regiment trittsicher führten.
Auch die Erwachsenen, die im Foyer die Vorgänge in den diversen Räumlichkeiten staunend zu Protokoll nahmen, amüsierten sich köstlich, wenn auch
mehrheitlich erst gegen Ende des offiziellen Teils. So war zum Beispiel das neue "Nagelstudio" fast permanent belegt und auch in der Sektbar – keine Sorge
Kinder waren da nicht drin – schlugen die Vorgänge mächtig hohe Wellen. Alles in Allem gibt es über diesen Tag ziemlich viel zu berichten, was aber hier den
Rahmen sprengen würde. Der interessierte Leser kann sich vertrauensvoll an den Chronisten wenden, der sich durch Bestechung sicher zu der einen oder
anderen Indiskretion verleiten lässt.
Gleichviel ließe sich auch vom Besuch in Gersfeld berichten. Wobei hier auf die dort gemachten Fotos verwiesen werden muss, die für sich sprechen.
Die Weiberfoaset brachte mal wieder eine neue "Prinzessin" an Markus' Seite, alle waren sich einig: "Dietlinde" war die schönste der Kampagne! Seitens der kfd
wurde der Ruf nach einer Soloprinzessin laut, was die Vereinsführung gerne aufgegriffen hat – ob was draus geworden ist, sollten wir spätestens am 15.11.03
erfahren.
Die Fremdensitzung des Jahres 2003 lässt sich mit einem Wort als "gigantisch" beschreiben, denn entgegen aller Befürchtungen was die
"Sporthallenatmosphäre" anbelangte, entpuppte sich unsere "Mehrzweck-Narrhalla" mit der professionell gestalteten Dekoration als wahres Juwel. Die Kalbacher
nahmen das Angebot wie ehedem an und kamen in Scharen. Das Programm hielt dann auch, was die Dekoration versprach, und die Stimmung war genau zum
Ende auf Ihrem Höhepunkt und verwandelte die Sitzung in eine rauschende Ballnacht.
So war dann auch tags darauf beim Umzug in Flieden bei vielen der Akku tiefentladen. Prinz Markus musste sich gar im offenen Wagen fahren lassen. Lediglich
die Wikinger der "Bijou" trotzten Wind und Wetter. Wie immer fanden einige Unentwegte aus Garde und Elferrat zu später Stunde zum Nachthemdenball ins
Nachbardörfchen, was am nächsten Morgen beim Frühstück gleich an der Gesichtsfarbe zu erkennen war – Schlafmangel ist eben etwas Schlimmes!
Gut gefrühstückt, wie es Tradition ist, wurde wieder in den gastlichen Hallen der FFw und so gestärkt stand einer erfolgreichen Verhaftungsserie nix im Wege.
Ebenso wenig dem Rosenmontagszug, an dem sich erstmalig auch ein fremder „Verein“ mit einem einzelnen PKW beteiligte, der freilich prächtig in den Farben
Silber und Grün geschmückt war.
Die Stimmung beim Zug war ebenso gut wie die Beteiligung der Kalbacher und so ging's gut gelaunt zum Abschluss in die Mehrzweck-Narrhalla. Hier schlug
Kinderprinz Fabian den legendären „Kuni-Rekord“ im „Mittanzen“. Dem konnte sich Prinz Markus nur geschlagen geben, obwohl er wacker mithielt und sogar
Präsident und Vorstand Dieter anwies mitzutanzen; ebenfalls ein Novum in der Geschichte. So klang der RoMO 2003 in der Copa aus. Allerdings wurde dort
infolge Ausweiskontrolle das Publikum dezimiert – sie haben alle unter 17 nicht rein gelassen!!!
Der Faschingsdienstag brachte des morgens außer dem Auftritt in der Schule den NazuMis auch die Erkenntnis, dass der Schöpfer vor das Ergebnis den
Schweiß gesetzt hat. Glücklicherweise waren viele Helfer in der Halle und so ging der Abbau in der Halle bis zum späten Nachmittag erstaunlich schnell von der
Hand.
Anschließend nahm man die noch offenen Verhaftungen vor und die Herren erholten sich bei einem kleinen Umtrunk am Grashof. Dazu hatte Präsident Dieter M.
die Losung ausgegeben: „Die Garde kicht net Bescheid, soll doch schö´ wär´.“. Abends servierte man in den Räumen der Feuerwehr ein sehr gutes Essen und
schließlich gingen die letzten Reste der Karnevalskampagne 2002/2003 in Flammen auf. .
Die folgenden Monate brachten nichts wesentlich Neues und so wurde die Generalversammlung im April eine recht kurze Angelegenheit. Es gab nicht wirklich
viel zu beschließen. Das Weinfest war entgegen dem Trend recht gut frequentiert und die Kassierer konnten einigermaßen zufrieden sein – wir arbeiten jedoch
noch an den Traumergebnissen der frühen Jahre.